Erscheinungsjahr: 2020       WER 6428 2       Bestellen

Zeynep Gedizlioğlu

Verbinden und Abwenden

CD

1 Sights of Now

2 Jetzt – mit meiner linken Hand

3–5 Verbinden und Abwenden

6 Kelimeler

7 Blick des Abwesenden

 

 

Die Musik der aus Izmir stammenden Komponistin Zeynep Gedizlioğlu ist wie ein Kaleidoskop unterschiedlichster Augenblicke – in einem Moment zerbrechlich, mal schroff-kantig, dann expressiv und in virtuosen Klangekstasen gipfelnd.
Zentraler Impuls der Musik Gedizlioğlus ist laut Bookletautor Dirk Wieschollek das Greifen nach dem Ungreifbaren: „Gestalten verfestigen sich, Konturen zeichnen sich ab, oft in unmerklichen Varianten oder Verschiebungen des schon Dagewesenen, und verschwinden wieder.“ Die Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung der Welt und sich selbst, der Wechsel zwischen Distanz und Annäherung und die Suche nach Beziehungen und Nicht-Beziehungen prägen die Arbeit der Komponistin.
Das Wechselspiel zwischen Antagonismen beschäftigt Gedizlioğlu, unter anderem in Verbinden und Abwenden. Die Komposition in drei Akten für Orchester und Ensemble stellt Individuum und Kollektiv gegenüber und hinterfragt festgelegte Rollenverteilungen der Klangkörper. Die Musiker*innen des Ensembles werden dabei solistisch inmitten des Orchesters, wie Fremdkörper in anderen Instrumentengruppen, platziert.
Die Vokalkomposition Kelimeler erforscht die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten künstlerischen Sprechens. Basierend auf einem von der Komponistin entworfenen türkischen Text werden die Begriffe „Dunkelheit“ und „Stimme“ mal flüsternd, sprechend, laut atmend, in impulsiven Ausrufen oder melismatischen Gesangslinien umkreist.
Mit den vorliegenden Aufnahmen präsentiert sich Zeynep Gedizlioğlu sowohl mit kammermusikalischen Werken als auch mit großbesetzten Ensemble- und Orchesterkompositionen. Neben Klangkörpern wie dem hr-Sinfonieorchester, dem Ensemble Modern und dem Klangforum Wien sind u.a. das Quatuor Diotima und die Neuen Vocalsolisten Stuttgart zu hören.

Zeynep Gedizlioğlu, geboren 1977 in Izmir/Türkei, studierte Komposition bei Cengiz Tanç in Istanbul, Theo Brandmüller in Saarbrücken, Ivan Fedele in Straßburg und Wolfgang Rihm in Karlsruhe sowie ebenda Musiktheorie bei Michael Reudenbach. Lehrtätigkeiten führten sie unter anderen an die Mimar Sinan Üniversitesi Istanbul und als Dozentin für Kompositionsmeisterkurse an die Bilkent-Universität Ankara, an die Hochschule für Musik Karlsruhe und zur Werkstatt junger Komponisten – Musik21 Niedersachsen in Hannover. Ihre Kompositionen wurden bei internationalen Festivals aufgeführt, darunter ECLAT Stuttgart, Wien Modern, MaerzMusik – Festival für Zeitfragen, Salzburger Festspiele, Wittener Tage für neue Kammermusik, G((o))ng Tomorrow Festival in Kopenhagen und Sound State Festival in London. Dabei arbeitete sie mit renommierten Ensembles wie dem hr-Sinfonieorchester, dem Radio-Symphonieorchester Wien, dem Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra, dem SWR Symphonieorchester, dem Klangforum Wien, dem Ensemble Modern, dem ensemble recherche, dem Ensemble 2e2m, den Neuen Vocalsolisten Stuttgart, dem Quatuor Diotima, dem Aleph Gitarrenquartett und dem Arditti Quartet zusammen. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Komponisten-Förderpreis der Ernst von Siemens Musik stiftung (2012), dem „Composer of the Year“ Preis des 5. Donizetti Classical Music Awards in Istanbul (2014) und dem Heidelberger Künstlerinnenpreis (2018). Zuletzt erhielt Zeynep Gedizlioğlu den Kunstpreis Berlin 2019 in der Sparte Musik.

www.zeynepgedizlioglu.com

 

CD

1 Sights of Now (2013–17)
für zwei Klaviere und Streichquartett
Klavierduo Yukiko Sugawara und Tomoko Hemmi
Quatuor Diotima: Yun-Peng Zhao, Violine · Constance Ronzatti, Violine · Franck Chevalier, Viola · Pierre Morlet, Violoncello

2 Jetzt – mit meiner linken Hand (2014)
für Ensemble
Klangforum Wien: Vera Fischer, Flöten · Markus Deuter, Oboe · Bernhard Zachhuber, Klarinetten · Gerald Preinfalk, Saxofone · Christoph Walder, Horn · David Schmidt, Trompete · Andreas Eberle, Posaunen · Joonas Ahonen, Klavier · Lukas Schiske, Schlagzeug · Sophie Schafleitner, Violine · Rafał Zalech, Viola · Benedikt Leitner, Violoncello · Aleksander Gabryś, Kontrabass
Leitung: Leonhard Garms

3–5 Verbinden und Abwenden (2016)
in drei Akten
für Ensemble und Orchester
Ensemble Modern: Dietmar Wiesner, Flöten · Christian Hommel, Oboe, Englischhorn · Jaan Bossier, Klarinette · Udo Grimm, Bassklarinette · Johannes Schwarz, Fagott · Saar Berger, Horn · Sava Stoianov, Trompete · Uwe Dierksen, Posaune · David Haller, Schlagzeug · Yumi Olsson Kimachi, Klavier · Giorgos Panagiotidis, Violine · Megumi Kasakawa, Viola · Eva Böcker, Violoncello · Paul Cannon, Kontrabass
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Ilan Volkov

6 Kelimeler (2013–14, rev. 2017)
für fünf Stimmen
Neue Vocalsolisten Stuttgart: Susanne Leitz-Lorey, Sopran · Truike van der Poel, Mezzo sopran · Martin Nagy, Tenor · Guillermo Anzorena, Bariton · Andreas Fischer, Bass

7 Blick des Abwesenden (2018)
für Klavier und Orchester
Tamara Stefanovich, Klavier
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Jonathan Stockhammer

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