Erscheinungsjahr: 2005        WER 6556 2      Bestellen

Stephan Winkler

CD

1 Avenue
2-10 Vom Durst nach Dasein
11 Avenue
12 Gullinkambi
13 Avenue
14-16 Zigzag

DVD

Zigzag : Pi mal R Quadrat (Film von Jesko Marx)

Musik für gute Kopfhörer

"Ich betrachte mich dann als erfolgreich, wenn es mir - aller Selbstkritik zum Trotz - gelingt, Musik zu schreiben oder zu produzieren, die ich selbst zu hören liebe." Es zeichnet Stephan Winkler aus, dass er das Spannungsverhältnis zwischen dem kritischen Über-Ich der Kunstmusik und den Faszinationen der Gegenwartskultur zum kreativen Motor seiner künstlerischen Arbeit umformt. Selten wurde die Technokultur so ernsthaft kompositorisch aufgegriffen wie in dem vierstündigen Tanz- und Musikevent XenophoniX, ein Auftragswerk der Berliner Musikbiennale 1997. Und das große Orchesterwerk comic strip von 1998 transformierte die stampfenden Rhythmen elektronischer Tanzmusik in eine Sacre-Hommage von greller Farbigkeit. Die vorliegende CD präsentiert drei Werke, in denen die vielfältigen stilistischen Stränge von Winklers Musik in je unterschiedlicher Weise zusammenlaufen. Gullinkambi für elf Blasinstrumente ist eine Biotopmusik, in der musikalische "Kreaturen" aufeinander treffen und einen evolutionären Formprozess erzeugen. Vom Durst nach Dasein für Bratsche und Ensemble entfaltet sieben Charakterbilder der "Weltverhaftung", kommentiert und distanziert durch eine abschließende musikalisierte Rede nach einem Text von Robert Musil. Die CD-Produktion von zigzag für sechs Saxophone schließlich überspringt die Mediengrenzen: das in Einzelspuren aufgenommene und dann am elektronischen Schnittpult erzeugte Sextett fügt sich mit den Bildern des Videokünstlers Jesko Marx zu einer in der Edition Zeitgenössische Musik bisher noch unbekannten Gattung: neue Musik für DVD.

Christian Thorau

1967in Görlitz geboren
1985-91Studium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin: Komposition (u.a. bei Ruth Zechlin) und Violoncello
1990-99Gründung und Leitung von ECHO, dem ersten Ensemble für neue Musik der Hochschule
1974-79Studium der Kirchenmusik in Eisenach und Halle, während dieser Zeit schon regelmäßige Teilnahme an den Geraer Ferienkursen für zeitgenössische Musik in Thüringen
1990/91Aufenthalte in London, Paris, Wien und Venedig mit einem Reisestipendium der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart
seit 1991 freischaffender Komponist, Dirigent und Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik ?Hanns Eisler? Berlin und an der Musikschule Berlin-Kreuzberg
1994/95Aufenthalt in New York City und an der Princeton University mit einem Postgraduiertenstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)
1998Veröffentlichung einer CD mit Resultaten langjähriger Zusammenarbeit mit Max Goldt
1999/2000Stipendiat an der Cité Internationale des Arts, Paris
2000Gründung von SKART (mit Michael Beil), mit dem er seitdem audiovisuelle Konzertkonzepte verwirklicht

(Stand: 2005)

 

CD

1 Avenue

Vom Durst nach Dasein
Sieben Sachen und eine Gegebenheit
für Bratsche und noch sieben (2001)
2
3 A Von der Leichtherzigkeit
4 B Von der Angst vor der Einsamkeit
5 C Von der Lust an der Macht
6 D Von der Verzauberung. Vom Staunen
7 E Von der Kampfeslust
8 F Von der Anmut
9 G Von der Zerstreutheit
10 H Eine Rede

Jörg Winkler, Bratsche
Kammerensemble Neue Musik Berlin:
Winfried Rager, Klarinette - Michael Grosz, Trompete
Steffen Tast, Geige - Ringela Riemke, Violoncello
Arnulf Ballhorn, Kontrabass - Aaron Glast, Schlagzeug
Stephan Winkler, Sampler/Leitung

11 Avenue

12 Gullinkambi
für elf Blasinstrumente (1994/95)
Tina Rederer, Flöten
Matthias Bäcker, Oboe/Englischhorn
Marco Thomas, Klarinetten
Norbert Pförtsch, Hörner
Selim Aykal, Fagotte
Thomas Kollikowski, Kontrafagott

13 Avenue

Zigzag
für sechs Saxophone (2000)
14 1. Delirium (Apotheosis)
15 2. Death (Apokalypsis)
16 3. Dawn (Apokatastasis)

Claas Willeke, Sopransaxophone/Altsaxophone/Tenorsaxophone
Karola Elßner, Baritonsaxophone/Basssaxophone

DVD

Zigzag : Pi mal R Quadrat
Film von Jesko Marx

Lebenslauf Jesko Marx

Der 1974 in Freital geborene Jesko Marx lebt und arbeitet in Berlin.

Von 1994 bis 1999 studierte er dort Kommunikationswissenschaften bei Prof. Dr. Peter Zec und erstellte für dessen Design Zentrum Nordrhein-Westfalen das international beachtete Video "The red dot".

Vielfältige Musikvideos, kommerzielle und freie Arbeiten folgten. 1997 animierte er für  Stephan Winkler die 4stündige Videoperformance zu Xenophonix bei der MusikBiennale Berlin. Seit 2004 arbeitet Jesko Marx außer an eigenen Arbeiten auch an den gemeinsamen Projekten des Berliner Duos Höllein und Marx.

(Stand: 2005)

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