Erscheinungsjahr: 1993      WER 6513 2       Bestellen

Mathias Spahlinger

CD

1 inter-mezzo

2 128 erfüllte augenblicke

3-4 in dem ganzen ozean von empfindungen eine welle absondern, sie anhalten

"die kunst scheint angesichts des unsäglichen einzig die wahl zu haben zwischen zynisch indolenten glasperlenspielen oder läppisch-verletzlicher selbstbespiegelung und, wo sie politische ambitionen hat, dem risiko zum monströsen kitsch."

Mathias Spahlinger

 

Mathias Spahlinger ist sich der scheinbar ausweglosen Situation wohl bewusst, in die sich der Musiker begibt, der weder sein politisches Gewissen noch seine künstlerischen Überzeugungen verraten will. Dem viel zitierten Eisler-Diktum, dass, wer nur etwas von Musik verstehe, auch von Musik nichts verstehe, würde er beipflichten. Aber ihm sofort hinzufügen: 'wer die musik nur politisch versteht, versteht auch von politik nichts.' Weniger elegant, aber auch weniger paradox formuliert: Der Rückzug des Komponisten vom Politischen ins reine Strukturdenken ist für Spahlinger ebenso indiskutabel wie die Preisgabe des musikalischen Anspruchs zugunsten einer erhofften politischen Breitenwirkung. 'wie entgeht man der rolle des 'aktiven konzeptiven ideologen', lautet die Frage, die sich Spahlinger seit den Anfängen seines Komponierens immer wieder stellt - und immer wieder ganz unterschiedlich beantwortet ... Das Verbindende in Spahlingers Oeuvre zeigt sich weniger auf der Ebene charakteristischer kompositorischer Verfahren oder klanglicher Präferenzen ... als im konzeptuellen Überbau. Denn wenn sich etwas wie ein roter Faden durch Spahlingers Komponieren aus zwanzig Jahren zieht, so die vorsichtige, aber doch beharrliche Utopie einer möglichen - politisch wie ästhetisch fundierten - Funktion von Musik.

Peter Niklas Wilson

Mathias Spahlinger wurde 1944 in Frankfurt geboren. Sein Vater war Cellist. Ab 1951 unterrichtete ihn sein Vater in Fidel, Gambe, Blockflöte und später Violoncello. 1952 bekam er Klavierunterricht. 1959 begann er sich intensiv mit dem Jazz zu beschäftigen, nahm Saxophonunterricht und wollte Jazzmusiker werden.

1962 verließ er die Schule und machte bis 1965 eine Schriftsetzerlehre. Während der Lehre nahm er privat Kompositionsunterricht bei Konrad Lechner. Nach beendeter Lehre setzte er sein Studium bei Lechner an der Städtischen Akademie für Tonkunst in Darmstadt fort (Klavier bei Werner Hoppstock).

1968 wurde er Lehrer an der Stuttgarter Musikschule für Klavier, Theorie, musikalische Früherziehung und experimentelle Musik.

Von 1973-77 studierte er Komposition bei Erhard Karkoschka an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. 1978 wurde er Gastdozent für Musiktheorie an der Hochschule der Künste Berlin.

Seit 1984 ist er Lehrer für Komposition und Musiktheorie an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe, seit 1990 Kompositionslehrer und Leiter des Instituts für Neue Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik Freiburg.

(Stand: 1993)

CD

1 inter-mezzo (1986)
concerto non concertabile tra pianoforte e orchestra
Robert Regös, Klavier · Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks
Leitung: Jörg Wyttenbach

2 128 erfüllte augenblicke (1976)
systematisch geordnet, variabel zu spielen
für Stimme, Klarinette und Violoncello
Dietburg Spohr, Stimme · Walter Seyfarth, Klarinette · Ulrich Heinen, Violoncello

in dem ganzen ozean von empfindungen eine welle absondern, sie anhalten (1985)
für Chorgruppen und Playback
3 Teil 1
4 Teil 2

Südfunkchor Stuttgart
Leitung: Klaus-Martin Ziegler

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