Erscheinungsjahr: 1995       WER 6529 2      Bestellen

Lutz Glandien

CD

1 cut

2 es lebe

3 weiter so 

4 365 

5 und war es noch still

 

 

Die vorliegende CD ist dem Komponisten Lutz Glandien gewidmet. Er studierte bei Wolfram Heicking und Georg Katzer und wirkte während dieser Zeit bei der Dresdner Gruppe "Schicht" - einem der profiliertesten Liedertheater - als Komponist, Musiker und Akteur mit. Sein Anspruch, dass Musik eine in ihrem Wesen kommunikative Kunst ist, die möglichst oft gehört werden sollte, über die man nachdenken und sprechen kann, resultiert aus dieser Zeit.

Die Werke auf dieser CD markieren wesentliche Entwicklungen im kompositorischen Schaffen von Lutz Glandien bis zum Herbst 1989. Es sind Beispiele einer musikalischen Sprachfindung, die in besonderem Maße von den Möglichkeiten und Grenzen des Lebens und Studierens, der musikalischen Erfahrungen und ästhetischen wie auch ideologischen Auseinandersetzungen in der DDR geprägt wurde. Es ist eine merkwürdige Einsicht im Rückblick auf dieses an sich selbst zerbrochene Land, dass, verglichen etwa mit dem ehemaligen Westdeutschland, mit der Schweiz oder Österreich, diese sozialen Bedingungen so deutliche Spuren in der Eigenart einer Musik hinterlassen haben.

Zugleich aber stehen die hier zusammengestellten Kompositionen, unabhängig von ihrer stilistischen Verschiedenheit, nur für die eine ästhetische Absicht, die Lutz Glandien für sein eigenes Schaffen als fragwürdig empfindet: für die anonyme, sich auf niemanden beziehende Musik als Kunstwerk im traditionellen Sinne, das in den sich selbst genügenden Regelkreisen des Neue-Musik-Konzertbetriebs meist nur einmal ausgeführt wird und danach im Fundus der Musikgeschichte versinkt.

Gisela Nauck

1954        

4. Juni, geboren in Oebisfelde (Altmark)

1977-83

Pianist und Komponist des Schicht-Theaters in Dresden

1979-83

Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin bei Prof. Wolfram Heicking

1985-87

Meisterklasse für Komposition an der Akademie der Künste der DDR bei Prof. Georg Katzer

1988-93

Realisierung mehrerer Kompositionen im Studio für elektroakustische Musik der Akademie der Künste zu Berlin

1991

Studienaufenthalt im Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestfunks in Freiburg/Breisgau

1985-92

Studienreisen nach Warschau, Bratislava, Sofia, London, Paris und Bourges

1987

Hauptpreis beim internationalen Kompositionswettbewerb "Prix Voya Toncitch" in Paris für das Klavierstück "365"

1989

Kompositionspreis beim "Internationalen Forum junger Komponisten" des WDR Köln für die Tonbandkomposition "cut"

 

Anerkennung beim "Hanns Eisler Wettbewerb" von Radio DDR II für "Tubakonzert"

1990

Kompositionsstipendium des Berliner Kultursenats für "Außer Innen Alles Normal"

 

Anerkennung beim 2. Rostrum für Elektroakustische Musik für die Komposition "es lebe"

1992

Kompositionsstipendium des Berliner Kultursenats für "Drei kehren zurück"

 

Anerkennung beim 4. Rostrum für Elektroakustische Musik für die Komposition "cut"

 

http://lutzglandien.com/

 

CD

1 cut (1988)       
Tonbandkomposition                  
Toningenieur: Georg Morawietz

2 es lebe
Michael Vogt, Tuba
Toningenieur: Georg Morawietz

3 weiter so (1989)
für Streichquintett und Tonband
Streichquintett des Ensemble United Berlin
Toningenieur: Georg Morawietz

4 365 (1986)
für Klavier solo
Steffen Schleiermacher, Klavier ;

5 und war es noch still (1989)                   
für Kammerensemble 
Ensemble Modern                         
Leitung: Paul Daniel

 

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