Erscheinungsjahr: 1999        WER 6542 2      Bestellen

Isabel Mundry

CD

1 Le Silence – Tystnaden

2 no one

3-5 Spiegel Bilder

6-9 Le Voyage

"Dem, was man kann, in einem kreativen Sinne mißtrauen – ich hoffe, mich so zu bewahren und zugleich in Bewegung zu halten. Vielleicht gelingt einem Authentizität eher, wenn man vermeidet, sie zu pflegen." Isabel Mundry (geb. 1963) hat sich als eine Komponistin der jungen Generation mit ihren Klängen im schillernden Stimmengewirr der Neuen Musik auf selbstbewußt-unprätentiöse Weise Gehör verschafft. Aus ihren Partituren spricht eine Mischung von Offenheit und Verbindlichkeit, von Suchen und Finden, eine in Klänge umgesetzte Haltung, die nicht nur die Mitglieder ihrer männlich dominierten Zunft aufhorchen läßt. Die hier präsentierte Kammer- und Ensemblemusik dokumentiert eine Auswahl ihrer Arbeiten der vergangenen fünf Jahre. Es entsteht ein vielfarbiges Mosaik ihrer instrumentalen Schreibweise. Auf ihrem Weg der kreativen Skepsis erfindet Mundry eine anregend unideologische Musik, frei von politischem oder gewichtig semantischem Hörgepäck und doch im strukturellen Anspruch provozierend und unnachgiebig. Radikale Vorstellungen von komplexer Polyphonie, von computergestützten Progressionsreihen und asynchronen Zeitverläufen bestimmen Werke wie no one oder Le Voyage, um gleichzeitig aber auf anderen Ebenen undogmatisch durchbrochen, handschriftlich ausformuliert und individualisiert zu werden. Geschützt bleibt dabei ein Bereich, der als ungelöster Rest das Hören und Denken freiläßt, ein Bereich, in dem - emphatisch gesprochen - das poetische Leuchten der Strukturen beginnt.

 

1963          in Schlüchtern/ Hessen geboren, aufgewachsen in Berlin-West
1983-91Kompositionsstudium in Berlin bei Frank Michael Beyer und Gösty Neuwirth, gleichzeitig Belegung der Fächer Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie. Anschließend Kompositionsstudium bei Hans Zender in Frankfurt a.M.
1992-94in Paris, zunächst als Stipendiatin an der Cité des Arts, dann am IRCAM im Rahmen eines einjährigen Kurses für Komposition und Informatik
1994-97in Wien
1986-94zahlreiche Lehraufträge in Berlin
seit 1996Professur für Tonsatz und Komposition in Frankfurt a.M.
 Preise und Stipendien: u.a. Boris-Blacher-Preis, Busoni-Preis, Schneider-Schott-Preis, Kranichsteiner-Musikpreis und Stipendium der Heinrich-Strobel-Stiftung.
 Dozentur für Komposition beim Akiyoshidai-Festival (Japan) 1997 und den Darmstädter Ferienkursen 1998
 (Stand: 1999)

CD

1 Le Silence – Tystnaden (1993)
für Ensemble
Hans Zender gewidmet
Klangforum Wien
Leitung: Sylvain Cambreling

2 no one (1994/95)
Streichquartett           
Klangforum Wien

Spiegel Bilder (1996)
für Klarinette und Akkordeon
3 I
4 II
5 III

Ernesto Molinari, Klarinette
Teodoro Anzellotti, Akkordeon

Le Voyage (1995/96)
für Ensemble
6 I
7 II
8 III
9 IV

Klangforum Wien
Leitung: Sylvain Cambreling

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