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Hans-Jürgen von Bose

CD

1 Symbolum
2-4 ... im Wind gesprochen
5 Labyrinth I

Hans-Jürgen von Bose gehört zu einer Generation von deutschen Komponisten, die schon in der ersten Hälfte der siebziger Jahre eine Umkehr vollzogen. Sie strebten weg von der sich ständig steigernden Komplexität der Musik und komponierten gleichsam aus dem Bauch heraus. Empörter Protest war die Reaktion auf diese unerhörten Tendenzen, die man aber vorschnell und eilfertig zur Neuen Einfachheit erklärte, um sie zur allgemeinen Beruhigung der Öffentlichkeit irgendwo einordnen zu können. Auf die Neue Einfachheit folgte das Etikett Neoromantik; denn von Bose und seine Altersgenossen interessierten sich für Alban Berg, der unter den drei Wiener Dodekaphonisten - neben Schönberg und Webern - am deutlichsten, trotz reihentechnischer Tüfteleien, an der überströmenden Empfindung einer satten, warmen Harmonik festgehalten hatte. Von Berg war es nur ein kleiner Schritt zu Robert Schumann, dessen wuchernde Klangfiguren einmal zur kostbaren Miniatur, ein anderes Mal zur weit ausholenden Großform neigten.

Für von Bose konnte diese Haltung aber nicht das endgültige Ziel sein. Er sah sich um und lernte aus dem Schaffen von Bernd Alois Zimmermann, György Ligeti und Brian Ferneyhough. An Zimmermann schätzte und schätzt er immer noch den pluralistischen Ansatz, hatte doch gerade der Purismus des sich allem schon Existierenden zu verweigern in eine Sackgasse geführt. Ligeti wurde wichtig, weil er halb ernst, halb spielerisch immer nach neuen Wegen suchte. Die ungeheure Komplexität von Ferneyhough war ein weiteres Korrektiv gegen ein unbesorgtes Draufloskomponieren. Die Moderne aus dem Geist der Romantik neu zu schöpfen, blieb aber von Boses Ideal.

Theo Hirsbrunner

1953Geboren am 24. Dezember in München
1969Beginn seiner musikalischen Ausbildung an Dr. Hoch's Konservatorium in Frankfurt
1972Studienbeginn an der Frankfurter Musikhochschule (Komposition bei Hans Ulrich Engelmann, Klavier bei Klaus Billing)
1975Stipendien der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestfunks Baden-Baden und der Mozart-Stiftung Frankfurt am Main
1976Erster Preis beim Kompositionswettbewerb "Sommerliche Musiktage Hitzacker"
1977Auszeichnung mit dem Berliner Kunstpreis
1980Stipendiat der Villa Massimo, Rom
1981Verleihung des Kritikerpreises für Musik vom Verband der Deutschen Kritiker
1983Förderpreis des Hessischen Kulturpreises
 Förderpreis für Musik der Landeshauptstadt München
19842. Preis im International Rostrum of Composers für "Sappho-Gesänge"
1985erneut Stipendiat der Villa Massimo, Rom
1986Mitglied der Akademie der Künste Berlin
1987Förderpreis der Landeshauptstadt Stuttgart
1988Schneider-Schott-Musikpreis, Mainz
1989Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München; Berufung in die Jury der "Sommerlichen Musiktage Hitzacker"; Dozent bei den Weikersheimer Kursen "Jugend komponiert"
1990BMW-Musiktheaterpreis für die beste Opernpartitur ("63: Dream Palace")
1991Prix de composition musicale de la Fondation Prince Pierre de Monaco für "63: Dream Palace"
1992Austritt aus der Akademie der Künste Berlin
seit 1992Professor für Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik in München

(Stand: 1996)

CD

1 Symbolum
für Orgel solo und großes Orchester (1985)
Christoph Bossert, Orgel - Junges Philharmonisches Orchester Stuttgart
Leitung: Manfred Schreier

... im Wind gesprochen
Geistliche Musik für Sopran solo, zwei Sprecher, gemischten Chor, Orgel und Kammerorchester auf Texte der Bibel und der Messe sowie vor Giordano Bruno, Sophokles/ Hölderlin, Nicolas Born, Rolf Dieter Brinkmann, Christoph Meckel und Hans Magnus Enzensberger (1984/85)
2 Teil I
3 Teil II
4 Teil III

Melanie Walz, Sopran - Martin Hermann, Detlef Zywitz, Sprecher
Markusvocalensemble - Neue Vocalisten Stuttgart
Christoph Bossert, Orgel - Junges Philharmonisches Orchester Stuttgart
Leitung: Manfred Schreier

5 Labyrinth I
für großes Orchester (1987)
Junges Philharmonisches Orchester Stuttgart
Leitung: Manfred Schreier

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