Erscheinungsjahr: 1996        WER 6505 2      Bestellen

Gerhard Müller-Hornbach

CD

1 Trio

2 Passacaglia I

3 5 Gesänge der Schirin

4 Zyklus

5 Streichquartett

"Mein Komponieren empfinde ich als integralen Bestandteil meines Lebens. Die Beschäftigung mit Musik im Allgemeinen und der kompositorische Gestaltungsprozess im Besonderen sind mir zunehmend zum Bedürfnis und zur primären Lebensäußerung geworden. Der Umgang mit Musik erschließt mir ganz besondere Einsichten und Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Innen- und Außenwelt, die sich mit der Vielzahl von Eindrücken aus anderen Lebensbereichen zu einer Gesamtheit von Welterfahrung zusammenschließen und meine persönliche Weltsicht prägen und entwickeln.
Der kompositorische Gestaltungsprozess ist der Kulminationspunkt, in dem alle Aspekte dieser Weltsicht zusammenfließen, sich durchdringen und zu einer Einheit verschmelzen, die dann im Werk Gestalt gewinnt und zur Aussage wird."
Gerhard Müller-Hornbach

"Es gibt heute wenige Komponisten, deren Musik-Erfindung so bruchlos aus ihrer Musikausübung in ihrer instrumentalen Praxis herauswächst, wie Gerhard Müller-Hornbach. Kein Wunder, dass Müller-Hornbach 1981 mit Claus Kühnl das Mutare Ensemble Frankfurt begründete, an dessen Spitze er in den vergangenen Jahren eine Vielzahl zeitgenössischer und älterer Werke aufführte. In sein Komponieren fließt ein stark pragmatisches Moment ein - dergestalt, dass ihm Musik nicht abstrakt aufgrund eines bloß mentalen Konzepts entsteht, sondern aus der Vision von Klang, von Tonfolgen oder -konstellationen. Das Gehör komponiert mit, wenn Müller-Hornbach Musik erfindet, und er hat keineswegs im Sinn, den akustischen Apparat des Menschen über seine naturgegebenen Grenzen hinauszutreiben, sondern akzeptiert diese als Maßeinheit für sein Komponieren."
Sigfried Schibli

 

Gerhard Müller-Hornbach, Jahrgang 1951, studierte zwischen 1972 und 1978 an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (Komposition und Schulmusik) und an der Johann Wolfgang Goethe-Universität (Musikwissenschaftund Gesellschaftswissenschaften). Seine kompositorischen Studien bei Hans Ulrich Engelmann wurden ergänzt durch Kurse bei Isang Yun, Brian Ferneyhough, Gerard Grisey, Cristobal Halffter und Helmut Lachenmann.

Bereits während des Studiums trat Gerhard Müller-Hornbach mit zahlreichen Kompositionen an die Öffentlichkeit. Er wurde durch Stipendien des Sekles-Fond und der Grothe-Stiftung und durch Einladungen zu Festivals für Neue Musik wie den Internationalen Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, dem Gaudeamus Festival und dem Workshop des Siegerlandorchesters gefördert und erhielt dort die Gelegenheit, seine Werke (zum Teil unter eigener Leitung) aufzuführen.

Mit Beendigung des Studiums weitete sich die Tätigkeit als Komponist und Dirigent weiter aus und wurde durch die Lehrtätigkeit ergänzt. Gerhard Müller-Hornbach übernahm zunächst eine Dozentur an der Alanus-Kunsthochschule in Bonn. Es folgten ein Lehrauftrag und 1981 eine Professur an der Frankfurter Musikhochschule. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Rompreis (Villa Massimo) ausgezeichnet.

1982 gründete Gerhard Müller-Hornbach zusammen mit dem Komponisten Claus Kühnl das Mutare Ensemble, das sich 1990 zum Mutare Theater Ensemble erweiterte. 1994 fand als Produktion dieser Gruppe die Uraufführung von "Fünf zu Acht 5:8" - Musiktheater von Gerhard Müller-Hornbach (Regie: Andrea Schwalbach) im Rahmen der 1200-Jahrfeier der Stadt Frankfurt statt.

Beim Projekt Response - Neue Musik in der Schule, das mit dem Günther Berg-Preis (Kuratorium kulturelles Frankfurt) ausgezeichnet wurde, arbeitete Gerhard Müller-Hornbach 1992/93 und 1994 mit.

Neben zahlreichen Kammermusikwerken entstanden in den letzten Jahren zwei komplexe Kompositionen: "Wir sind ein Teil der Erde", eine groß-dimensionierte Raumkomposition nach der Rede des Häuptling Seattle, die im Rahmen der Frankfurt Feste '87 uraufgeführt wurde und "Die Gesänge der Liebe" nach dem "Hohen Lied Salomons" für Solisten, Chor und Orchester.

(Stand: 1996)

CD

1 Trio (1978)
für Violine, Violoncello und Klavier
Grüneburg-Trio: Ulrich Koneffke, Klavier · Susanne Stoodt, Violine · Joachim Griesheimer, Violoncello

2 Passacaglia I (1980)
für Orchester   
Radio-Sinfonieorchester Frankfurt
Leitung: Lucas Vis

3 5 Gesänge der Schirin (1983)
für Sopran und Gitarre
Maria Karb-Bienefeld, Sopran · Rolf Ellmer, Gitarre

4 Zyklus (1984/85)
für Trompete solo
Malte Burba, Trompete

5 Streichquartett (1984/85)
Buchberger-Quartett: Hubert Buchberger, Violine · Beate von Stumpff, Violine · Joachim Etzel, Viola · Helmut Sohler, Violoncello

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