Erscheinungsjahr: 1994       WER 6522 2       Vergriffen

Detlev Glanert

CD

1 Sinfonie Nr. 1 op. 6

2-5 Vier Fantasien op. 5

6 Mahler/ Skizze für Ensemble op. 20

7-9 Drei Gesänge aus "Carmen" von Wolf Wondratschek
(Sinfonie Nr. 2) op. 21

 

 

Es hat mal jemand behauptet, die Musik ließe sich unterscheiden in Kopf-, Herz- und Bauchmusik. Darf ich in Anspruch nehmen, alle drei zu wollen? 
Detlev Glanert

Nicht die terra incognita bislang unerforschter Gebiete sind das Ziel von Glanerts kompositorischer Arbeit, sondern die Bereiche, welche gleichsam permanent vor unseren Augen liegen. Landschaften, deren Poesie wir aufgrund einer Gewöhnung kaum mehr wahrzunehmen in der Lage sind. Es geht um das Aufbrechen der Verkrustungen, die sich um die Traditionen gelegt haben, damit uns Vertrautes plötzlich fremdartig gegenübertritt. Glanerts Verhältnis zur Tradition ist weder ein konservierendes noch ein negierendes, sondern eines, das durch die Entwicklung ungewöhnlicher Perspektiven auch im historisch Beschädigten einen Funken jener uneingelösten Utopien zu retten versucht, welche zusammen mit dem geschichtlich gewordenen Material einer bloß noch verrinnenden Zeit zum Opfer zu fallen drohen ... Glanert ist Klang-Magier, der aus der Künstlichkeit seiner Gebilde keinen Hehl macht. Wir wissen und werden sogar noch darauf hingewiesen, dass hinter dem Zauber eine ganz und gar unromantische Maschinerie und ein solides Handwerk wirksam sind. Und dennoch lassen wir uns gern verzaubern und fühlen uns dabei nicht einmal betrogen. Denn hier liegt der Freiraum, wo die Fremdheit des Vertrauten an Bedrohlichkeit verliert, wo sich Realität und Fantasie vereinigen, wo wir unserer Verrücktheit gewahr werden, in der Welt leben zu können, die uns immer rätselhaft bleiben wird und trotzdem Heimat ist.
Klaus Angermann

Detlev Glanert wurde 1960 in Hamburg geboren. Im Alter von zwölf Jahren unternahm er erste Kompositionsversuche und erhielt den ersten Instrumentalunterricht. Er studierte Komposition und Musiktheorie bei Diether de la Motte, Günther Friedrichs und Frank Michael Beyer sowie vier Jahre bei Hans Werner Henze in Köln. Er lebt seit 1987 in Berlin.

1985 wurde im Rahmen des "Forums junger Komponisten" seine Sinfonie Nr. 1 vom Berliner Philharmonischen Orchester uraufgeführt. 1986 erhielt Glanert eine Einladung zu den Sommerkursen nach Tanglewood/USA, wo er mit Oliver Knussen arbeitete. 1987 folgte das Bachpreis-Stipendium der Hansestadt Hamburg und 1988 ein Aufenthaltsstipendium in Istanbul durch den Berliner Senat. Ebenfalls 1988 erhielt er ein Förderstipendium des Rolf-Liebermann-Opernpreises. Seit 1989 arbeitet er an dem von Hans Werner Henze gegründeten "Cantiere Internazionale d'Arte" in Montepulciano. 1990 folgte ein Kompositionsstipendium des Berliner Senats, 1992/93 war Glanert Gast der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. 1993 erhielt er den Rolf-Liebermann-Preis für die Oper "Der Spiegel des großen Kaisers" zugesprochen.

(Stand: 1994)

 

CD

1 Sinfonie Nr. 1 op. 6 (1984/85)
für großes Orchester
BBC Scottish Symphony Orchestra Glasgow

Vier Fantasien op. 5 (1987/88)
für Klavier

2 I
3 II
4 III
5 IV

Alan Marks, Klavier

6 Mahler/ Skizze für Ensemble op. 20 (1989)
London Sinfonietta
Leitung: Oliver Knussen

Drei Gesänge aus "Carmen" von Wolf Wondratschek (Sinfonie Nr. 2) op. 21 (1989/90)
für Bariton und großes Orchester

7 I
8 II
9 III

Andreas Scheibner, Bariton
Münchner Philharmoniker
Leitung: Paul Daniel

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