Erscheinungsjahr: 1998      WER 6539 2       Bestellen

Annette Schlünz

CD

1 Traumkraut

2 Tout est rêver

3 Fadensonnen

4 Taubenblaue Schatten haben sich vermischt

5-17 Ornithopoesie

18 Et la pluie se mit à tomber

Annette Schlünz denkt, fühlt und lebt in Tönen und Klängen und betrachtet die Musik als eine "nicht an Wort gebundene Sprache", in der sie sich vieldeutig-konkret auszudrücken vermag. Jeder Tag mit seinen Stimmungen, Begegnungen, Anregungen, Gerüchen, selbst seinem Wetter erzeugt das schöpferische Klima, aus dem heraus ihre Stücke entstehen.

Strengste Selbstkontrolle führt dabei zu fortschreitender klanglicher Askese und materialer Enthaltsamkeit. Zum radikalen Konstruktivismus des Schönberg-Schülers Anton Webern - ihrem Vorbild - gibt es jedoch einen wesentlichen Unterschied: Trotz der zahlensymbolischen Verwobenheit vieler musikalischer Details, trotz rational bedingter Formenkonstruktion waltet in ihren Kompositionen eher das weibliche Prinzip lebendiger Anwandlung und Transformation. Die von Annette Schlünz geschaffenen Klanggestalten verhalten sich wie Lebewesen, die sich allzu strengen seriell-mentalen Mechanismen entziehen und in einer Art Selbstorganisation im Prozess des Komponierens zu wachsen beginnen.

Obwohl sie sich in ihrer ersten Schaffensphase (1978-83) auch mit den Möglichkeiten der Prädetermination des Materials auseinander setzte, ist es später doch mehr das Werden und Vergehen keimzellenartiger Ausgangsimpulse, welche den Stücken Gestalt und Form verleihen. Keimzelle in diesem Sinne kann ein mehrgliedriger Akkord, ein Motiv oder ein Rhythmus sein.

Felicitas Nicolai

Annette Schlünz wurde am 23. September 1964 in Dessau geboren. Von 1983 bis 1987 studierte sie an der Musikhochschule Dresden Komposition (Udo Zimmermann), Klavier, Tonsatz/Moderne Techniken und im Abendstudium Dirigieren (Rudolf Neuhaus). Zwei Jahre arbeitete sie außerdem im Studio für Elektronische Klangerzeugung. Annette Schlünz war von 1988 bis 1991 Meisterschülerin von Paul-Heinz Dittrich an der Akademie der Künste Berlin. Neben einem Lehrauftrag an der Dresdner Hochschule war sie am Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik tätig, für das sie seit 1992 länderübergreifende künstlerische Projekte realisiert.

Seit 1993 lebt Annette Schlünz als freischaffende Komponistin in Dresden und Strasbourg/Frankreich. 1994 gründete sie als Interpretin und Komponistin die "Compagnie de quatre" mit - ein französisch-deutsches Ensemble, welches genreübergreifende Kunstformen entwickelt und praktiziert. 1995 gab sie Kompositionsseminare in Rheinsberg bei den von Paul-Heinz Dittrich initiierten Kurswochen. 1996 führte sie auf Einladung des Goethe-Institutes eine Tournee durch Lateinamerika.

Für ihr Streichtrio (1989) wurde ihr 1990 der Hanns-Eisler-Preis des Rundfunks Berlin verliehen. Außerdem erhielt sie Stipendien für die Teilnahme an Kompositionskursen: Bartók-Festival Szombathely 1986 und 1989; Darmstädter Ferienkurse 1990 und 1992; Trinationale Künstlerbegegnung Montpellier 1991; Nachwuchsforum des Ensemble Modern 1997; 1994 Arbeitsstipendium des elektroakustischen Studios der Akademie der Künste Berlin; 1998 Verleihung des Heidelberger Künstlerinnenpreises; sechsmonatiger Studienaufenthalt in der Deutschen Akademie Villa Massimo Rom 1999.

(Stand: 1998)

CD

1 Traumkraut (1995)
Musik für 8 Spieler
Mitglieder des Thürmchen Ensemble
Leitung: Roland Kluttig                
               

2 Tout est rêver (1992)
für Sopran, Klarinette (Bassklarinette) und Schlagzeug
Text: Friedrich Huch, Pierre Garnier
Ensemble Accroche Note: Francoise Kubler, Sopran · Armand Angster, Klarinette (Bassklarinette) · Emmanuel Séjourné, Percussion                                                                       

3 Fadensonnen (1993)
Musik für 17 Instrumente
Kammerensemble pro musica nova Bremen
Leitung: Klaus Bernbacher         
               

4 Taubenblaue Schatten haben sich vermischt (1990)
Kammermusik für Flöte und Gitarre
Georg Mertens, Flöte ·  Volker Höh, Gitarre                                       

Ornithopoesie (1989)
für 12 Gesangssolisten
Text: Pierre Garnier (1986)
5 I
6 II
7 III
8 IV
9 V
10 VI
11 VII
12 VIII
13 IX
14 X
15 XI
16 XII
17 XIII

Ensemble Musicatreize Marseille
Leitung: Roland Hayrabedian                  
                              

18 Et la pluie se mit à tomber (1994)
Musik für 6 Schlagzeuger
Les Percussions de Strasbourg

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