Erscheinungsjahr: 1996      WER 6533 2      Bestellen

Andreas F. Raseghi

CD

1-7 Erstes Buch der Farbtonstücke

8-14 Zweites Buch der Farbtonstücke

"Die 'Farbtonstücke' stellen einen oftmals logischen oder philosophischen Gedanken durch offenliegende musikalische Vorgänge und Strukturen dar. [...] Als bedeutendstes Charakteristikum eines Farbtonstücks könnte gelten, dass sich das Unverbindbare oder bisher nicht miteinander in Zusammenhang Gebrachte bunt nebeneinander gesetzt findet und ein Kontext geschaffen wird, der in Widersprüchen die Frage nach dem großen Zusammenhang aufwirft."

So beschreibt Andreas Raseghi eine Idee, die im Laufe der Jahre zum Ausgangspunkt vieler seiner Stücke wurde. Sieben kurze, zwischen 1979 und 1984 komponierte Klavierstücke fasste Raseghi in dem Ersten Buch der "Farbtonstücke" zusammen, das einen in sich geschlossenen Zyklus bildet. Das Zweite Buch, 1987 begonnen, ist in seiner Form offener. Die Stücke sind gegensätzlicher, allesamt länger als selbst das umfangreichste Stück des Ersten Buches und stehen nicht in direktem Bezug zueinander. Das Zweite Buch ist das metaphysische Komplement des Ersten.

In den letzten Jahren hat sich Andreas Raseghi zunehmend mit dem Jazz auseinander gesetzt und ungefähr vierzig Standards komponiert. Sie sind in der im Jazz üblichen Weise lediglich mit Akkordsymbolen notiert. "Winter blue" hat er als "winterblue piano" für Klavier arrangiert.

Ähnlich der bisher unvollendeten Studie "Dämmerung", die für das Zweite Buch der "Farbtonstücke" konzipiert war, thematisiert auch "winterblue piano" die Auflösung des Beats. Die Harmoniefolgen lösen sich teilweise völlig von einem festen Metrum. Insofern ist winterblue piano weniger Jazzarrangement als Klavierballade. Klang ist hier - anders als im Jazz - nicht harmoniebezogen, sondern emanzipiert.

Andreas F. Raseghi, geboren 1964 in Karlsruhe, studierte bei Eugen Werner Velte an der Musikhochschule Karlsruhe und war Mitglied dessen "Gruppe Kreative Musik" für experimentelle Improvisation. Nach Veltes Tod Fortsetzung der Studien bei Wolfgang Rihm, gelegentlich auch bei Morton Feldman und Luigi Nono. Nebenbei Mathematikstudien. Ab 1992 verstärkt Jazz-Kompositionen.

Forschungsarbeiten in Computerarchitektur, DSP und Akustik (Entdeckung der Zeittöne [Zeit Tones] sowie der reversen Kombinationstöne, der sog. Kerntöne). Zahlreiche Preise und Stipendien, Produktionen, Sendungen und Kompositionsaufträge deutscher und internationaler Rundfunkanstalten.

(Stand: 1996)

CD

Erstes Buch der Farbtonstücke (1979-84)
für Klavier

1 I. Aphoriste
2 II. An einem grauen Wintermorgen
3 III. (ohne Titel)
4 IV. (ohne Titel)
5 V. Verformung
6 VI. (ohne Titel)
7 VII. La musica riservata

Zweites Buch der Farbtonstücke (1987-93)
für Klavier
8 Aufladung eines Engels
9 Besteigung der hallenden Öde
10 Kinderstück
11 Rapido assai
12 Nächtlicher Altar
13 Sprechende Hand
14 winterblue piano

Christoph Grund, Klavier

Unsere Förderer