Deutscher Musikrat gemeinnützige Projektgesellschaft mbH

Edition Zeitgenössische Musik

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Ansprechpartner

Gerardo Scheige
Sina Miranda

Erscheinungsjahr: 2005                    WER 6556 2 Bestellen

Stephan Winkler


Avenue

Vom Durst nach Dasein

Gullinkambi

Zigzag

Zigzag : Pi mal R Quadrat (Film von Jesko Marx)

 

Interpreten: u.a. Kammerensemble Neue Musik Berlin • Claas Willeke & Karola Elßner Saxophone • Tina Rederer Flöten • Matthias Bäcker Oboe/Englischhorn • Marco Thomas Klarinetten • Norbert Pförtsch Hörner • Selim Aykal Fagotte • Thomas Kollikowski Kontrafagott


Zur Musik

 

Musik für gute Kopfhörer

"Ich betrachte mich dann als erfolgreich, wenn es mir - aller Selbstkritik zum Trotz - gelingt, Musik zu schreiben oder zu produzieren, die ich selbst zu hören liebe." Es zeichnet Stephan Winkler aus, dass er das Spannungsverhältnis zwischen dem kritischen Über-Ich der Kunstmusik und den Faszinationen der Gegenwartskultur zum kreativen Motor seiner künstlerischen Arbeit umformt. Selten wurde die Technokultur so ernsthaft kompositorisch aufgegriffen wie in dem vierstündigen Tanz- und Musikevent XenophoniX, ein Auftragswerk der Berliner Musikbiennale 1997. Und das große Orchesterwerk comic strip von 1998 transformierte die stampfenden Rhythmen elektronischer Tanzmusik in eine Sacre-Hommage von greller Farbigkeit. Die vorliegende CD präsentiert drei Werke, in denen die vielfältigen stilistischen Stränge von Winklers Musik in je unterschiedlicher Weise zusammenlaufen. Gullinkambi für elf Blasinstrumente ist eine Biotopmusik, in der musikalische "Kreaturen" aufeinander treffen und einen evolutionären Formprozess erzeugen. Vom Durst nach Dasein für Bratsche und Ensemble entfaltet sieben Charakterbilder der "Weltverhaftung", kommentiert und distanziert durch eine abschließende musikalisierte Rede nach einem Text von Robert Musil. Die CD-Produktion von zigzag für sechs Saxophone schließlich überspringt die Mediengrenzen: das in Einzelspuren aufgenommene und dann am elektronischen Schnittpult erzeugte Sextett fügt sich mit den Bildern des Videokünstlers Jesko Marx zu einer in der Edition Zeitgenössische Musik bisher noch unbekannten Gattung: neue Musik für DVD.

Christian Thorau


Programm der CD

1 Avenue 00:34 anhören
Vom Durst nach Dasein. 16:56
Sieben Sachen und eine Gegebenheit
für Bratsche und noch sieben (2001)
2 00:47 anhören
3 A Von der Leichtherzigkeit. 01:43 anhören
4 B Von der Angst vor der Einsamkeit. 02:27 anhören
5 C Von der Lust an der Macht. 01:34 anhören
6 D Von der Verzauberung. Vom Staunen. 02:55 anhören
7 E Von der Kampfeslust. 01:01 anhören
8 F Von der Anmut. 00:51 anhören
9 G Von der Zerstreutheit. 01:29 anhören
10 H Eine Rede. 04:08 anhören
Jörg Winkler, Bratsche
Kammerensemble Neue Musik Berlin:
Winfried Rager, Klarinette - Michael Grosz, Trompete
Steffen Tast, Geige - Ringela Riemke, Violoncello
Arnulf Ballhorn, Kontrabass - Aaron Glast, Schlagzeug
Stephan Winkler, Sampler/Leitung
11 Avenue 00:34 anhören
12 Gullinkambi 10:48 anhören
für elf Blasinstrumente (1994/95)
Tina Rederer, Flöten
Matthias Bäcker, Oboe/Englischhorn
Marco Thomas, Klarinetten
Norbert Pförtsch, Hörner
Selim Aykal, Fagotte
Thomas Kollikowski, Kontrafagott
13 Avenue 00:47 anhören
Zigzag 19:53
für sechs Saxophone (2000)
14 1. Delirium (Apotheosis) 07:30 anhören
15 2. Death (Apokalypsis) 06:17 anhören
16 3. Dawn (Apokatastasis) 05:56 anhören
Claas Willeke, Sopransaxophone/Altsaxophone/Tenorsaxophone
Karola Elßner, Baritonsaxophone/Basssaxophone

Programm der DVD


1 Zigzag : Pi mal R Quadrat                                                                           20:00

   Film von Jesko Marx

 

 


Lebenslauf

1967        in Görlitz geboren
1985-91   Studium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin: Komposition (u.a. bei Ruth Zechlin) und Violoncello
1990-99   Gründung und Leitung von ECHO, dem ersten Ensemble für neue Musik der Hochschule
1990/91   Aufenthalte in London, Paris, Wien und Venedig mit einem Reisestipendium der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart
seit 1991   freischaffender Komponist, Dirigent und Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik ?Hanns Eisler? Berlin und an der Musikschule Berlin-Kreuzberg
1994/95   Aufenthalt in New York City und an der Princeton University mit einem Postgraduiertenstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)
1998   Veröffentlichung einer CD mit Resultaten langjähriger Zusammenarbeit mit Max Goldt
1999/2000   Stipendiat an der Cité Internationale des Arts, Paris
2000   Gründung von SKART (mit Michael Beil), mit dem er seitdem audiovisuelle Konzertkonzepte verwirklicht
(Stand: 2005)

Werkliste

(Auswahl)
1986   Tasten
für Klavier
1987   Mirlitonnades
(nach Gedichten von Samuel Beckett) für Mezzosopran und Violoncello
1988   Nine!
für neun Instrumentalisten
1989   Midgard
Musik für ein multimediales Projekt des Malers Rainer Görß (Texte: Else Gabriel)
1990   Surtur von Sinnen
für fünfzehn Streicher und zwei Schlagzeuger
1991   Soso (mit Juliane Klein)
Klanglabyrinth mit Solostücken, Tapes und Live-Elektronik
1991/1992   Jörmungandr im Traum
für zwei Violoncelli, sieben Hörner und einen Raum mit langem Hall
1991/96   Ende der Navigation
nach einem Gedicht von Arsenij Tarkovskij für Mezzosopran, Violoncello, Celesta und Klavier
1993   Sisu.
für Oboe, Violoncello und Klavier
1992/93   Skinfaxi
für Es-Klarinette, zwei Violinen, Violoncello, Klavier und Percussion
1992/93   Hrimfaxi
für Englischhorn, zwei Hörner, zwei Tuben, Kontrabass, Harfe und Percussion
1994/95   Gullinkambi
für elf Blasinstrumente
1994/95   Ambient Music
für Flügelhorn, Elektrogitarre, Posaune, Tonband und Live-Elektronik
1996   Huginn und Muninn
für Viola und Klavier
1996/97   Xenophonix
dance party adventure in 47 tracks für Tapes, elf Live-Musiker, multiple Videoprojektionen, Objekte, backing ensembles u.a. (mit Video von Jesko Marx)
1991-1997   Nachts in schwarzer Seilbahn nach Waldpotsdam
Zehn Lieder mit Max Goldt, CD
1998   Zur Nacht
für großes Orchester mit Kinderchor, unter Verwendung des Gedichtes "Mühle, lass die Arme still ..." von Stefan George
1998   Comic Strip
für großes Orchester in elf Gruppen
1999/2000   ZigZag
für sechs Saxophone (mit Video von Jesko Marx)
2000   Fling
für 2 x 3 Blechbläser, Soundtrack und Video (von Jesko Marx)
2000   Flung
für 2 x 3 Saxophone, Soundtrack und Video (von Jesko Marx)
2000/01   Vom Durst nach Dasein.
Sieben Sachen und eine Gegebenheit für Bratsche und noch sieben
2002   Sisu.RMX
für Oboe, Violoncello, Klavier und Soundtrack
2001   Und sechs. Weniger sechs RMX (nach Beil)
für Flöte, Klarinette, Klavier, Streichtrio und Soundtrack
2002/2003   Grünbeins Musik
für Geige & G4 nach dem Gedicht DAS OHR IN DER UHR von Durs Grünbein
2003/2004   Elektrizität (nach Oehring)
für Flöte, Englischhorn, Geige, Violoncello, Klavier, Drumset und fünfkanaliges Zuspiel (Video: Daniel Kötter)
2004/2005   Von der Natur des Menschen
für Orchester
(Stand: 2005)

Lebenslauf Jesko Marx


Der 1974 in Freital geborene Jesko Marx lebt und arbeitet in Berlin.

Von 1994 bis 1999 studierte er dort Kommunikationswissenschaften bei Prof. Dr. Peter Zec und erstellte für dessen Design Zentrum Nordrhein-Westfalen das international beachtete Video "The red dot".

Vielfältige Musikvideos, kommerzielle und freie Arbeiten folgten. 1997 animierte er für  Stephan Winkler die 4stündige Videoperformance zu Xenophonix bei der MusikBiennale Berlin. Seit 2004 arbeitet Jesko Marx außer an eigenen Arbeiten auch an den gemeinsamen Projekten des Berliner Duos Höllein und Marx.

(Stand: 2005)