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Edition Zeitgenössische Musik

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Gerardo Scheige
Sina Miranda

Erscheinungsjahr: 2018           WER 6424 2            Bestellen

Karola Obermüller

 

1 Untergegangen der Mond
2 Myrmecia
3 Pulstastung I
4 Pulstastung II
5 mass:distance:time
6-10 ... silbern.
11 Pulstastung III
12 Nichts Fettes nichts Süßes
13 reflejos distantes
14 coiling and swaying


 


Zur Musik:

Energiegeladen und gleichsam poetisch klingt die Musik von Karola Obermüller und legt Verborgenes und Unbekanntes unter dem oft mehrfach geschichteten musikalischen Material frei.

Viele der Werke, die auf dieser Porträt-CD zu hören sind, entstanden als work in progress über längere Zeiträume. Die Betrachtung der Dinge aus mehreren Perspektiven und die Überlagerung von verschiedenen Klangschichten sind daher charakteristisch für Obermüllers Schaffen. Auch das Hineinzoomen in musikalische Details prägt ihre Stücke, wie etwa in „Pulstastung“. Hierbei werden die Abstände zwischen den musikalischen Ereignissen immer weiter auseinandergeschoben, „bei gleichzeitiger Zunahme des Pulses“ (Karola Obermüller).

Eine besondere Inspiration geht für Obermüller von antiken poetischen Texten etwa der griechischen Dichterin Sappho aus. Hier findet sie Essenzen menschlichen Seins wie Licht und Nacht, Eros und Sehnsucht. In „Untergegangen der Mond“ und „…silbern.“ versucht ihre Musik dabei, so Volker Blumenthaler im CD-Booklet, „Momente des Magischen erfahrbar zu machen“.

Die Besetzungen auf der CD bieten ein Panorama von Solowerken für Bassflöte (CamillaHoitenga) oder Klavier (Emanuele Arciuli) über eine außergewöhnliche Triobesetzung fürGitarre, amerikanisches Hackbrett und Harfe (International Contemporary Ensemble) bis hinzu großen Ensemblewerken (Ensemble Modern und Ensemble Musikfabrik).


1 Untergegangen der Mond (2008/2017)
Sapphische Strophen für Countertenor/Bass und Ensemble
Kai Wessel, Countertenor/BassEnsemble Musikfabrik: Helen Bledsoe, Flöte · Carl Rosman, Klarinette · Dirk Rothbrust, Schlagwerk · Benjamin Kobler, Klavier · Hannah Weirich, Violine · Axel Porath, Viola · Dirk Wietheger, Violoncello Leitung: Warwick Stengårds

2 Myrmecia (2015/2016)
für Gitarre, Harfe und amerikanisches Hackbrett (Dulcimer)
Daniel Lippel, Gitarre · Nuiko Wadden, Harfe · Nathan Davis, Dulcimer
(Mitglieder des International Contemporary Ensemble)

3 Pulstastung I (2011)
für Klavier
Emanuele Arciuli, Klavier

4 Pulstastung II (2014/2015)
für Klavier
Emanuele Arciuli, Klavier

5 mass:distance:time (2010/2016)
für sechs Stimmen
Neue Vocalsolisten Stuttgart: Johanna Zimmer, Sopran · Susanne Leitz-Lorey, Sopran · Truike van der Poel, Mezzosopran · Martin Nagy, Tenor · Guillermo Anzorena, Bariton · Andreas Fischer, Bass

…silbern. (2008/2011)
Sapphische Strophen für Bassflöte solo
Camilla Hoitenga, Bassflöte

6 Eros

7 leuchtend

8 fallend

9 …doch ich

10 silbern.

11 Pulstastung III (2015–2017)
für Klavier
Emanuele Arciuli, Klavier

12 Nichts Fettes nichts Süßes. (2015)
für Altflöte, Klarinette, Schlagwerk, Klavier und Violoncello
Ensemble Phorminx: Angelika Bender, Altflöte · Thomas Löffler, Klarinette · Bernd Mallasch, Schlagwerk · Pavlos Antoniadis, Klavier · Wolfgang Lessing, Violoncello

13 reflejos distantes (2006)
für Bassflöte, Bassklarinette, Violine und Violoncello
Ensemble Phorminx: Angelika Bender, Bassflöte · Thomas Löffler, Bassklarinette · Alwyn Tomas Westbrooke, Violine · Wolfgang Lessing, Violoncello

14 coiling and swaying (2014/2015)
für 18 Instrumente
Ensemble Modern: Dietmar Wiesner, Flöte · Christian Hommel, Oboe · Jaan Bossier, Klarinette · Johannes Schwarz, Fagott · Saar Berger, Horn · Valentín Garvie, Sava Stoianov, Trompete · Mikael Rudolfsson, Posaune · Ueli Wiget, Jürgen Kruse, Klavier · Rumi Ogawa, Rainer Römer, Schlagwerk · Jagdish Mistry, Giorgos Panagiotidis, Violine · Megumi Kasakawa, Viola · Eva Böcker, Michael M. Kasper, Violoncello · Paul Cannon, Kontrabass
Leitung: Johannes Kalitzke


Lebenslauf (Stand: Erscheinungsjahr der CD)

Karola Obermüller komponiert auf der Suche nach Unbekanntem, mit mehrfach geschichtetem, verrätseltem Material, welches tief eingegraben unter einer Oberfläche liegt, die mal opulent klingt, mal vor rhythmischer Energie strotzt: „hyperkinetische Musik“ (New York Times).

Ihre individuelle kompositorische Stimme begann sich zu formen, als sie als Kind Klangcollagen auf Tonband aufzeichnete. Später absolvierte sie Studien der Komposition in Nürnberg, Saarbrücken und am Mozarteum Salzburg. Ihr Verständnis von Rhythmus und Form änderte sich grundlegend durch einen Aufenthalt in Chennai und Delhi (Indien), wo sie karnatische und hindustanische Musik studierte. Eine Promotion an der Harvard University führte sie in die USA, wo sie nun an der University of New Mexiko eine Professur innehat. Sie lebt und arbeitet ebenfalls in Europa und war Gastkünstlerin am ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, an der Deutschen Akademie Rom Casa Baldi, am Centro Tedesco di Studi Veneziani, an der Akademie Schloss Solitude und am IRCAM (Paris).

Zum oft politischen, immer dramatischen Schaffen der Komponistin zählen u.a. Opernwerke für das Staatstheater Nürnberg, das Theater Bielefeld, das Theater Bonn sowie für „Musik der Jahrhunderte“ in Stuttgart. Die emotionale Ambivalenz der Handlung inmitten einer szenischen Architektur, die ihre Opernwerke auszeichnet, findet sich ebenfalls in ihrer Konzertmusik, darunter Auftragswerke der Ernst von Siemens Musikstiftung, des National Endowment for the Arts, der Fromm Music Foundation, der New Music USA sowie zahlreicher Rundfunkanstalten, Solisten und Ensembles.

karolaobermueller.net