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Gerardo Scheige
Sina Miranda

Erscheinungsjahr: 1990                       WER 6509 2 Bestellen

Heinz Winbeck

 


Erste Sinfonie
Tu Solus

Zweites Streichquartett tempi notturni

 

 

Interpreten:

Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken (Leitung: Dennis Russel Davies) • Mannheimer Streichquartett



Zur Musik

 

Bis vor wenigen Jahren noch kannten Heinz Winbeck nur Eingeweihte als eigenbrötlerischen Bayern, der sich kaum in irgendeine Stilschublade einordnen ließ. Seit 1984 aber, seit der Uraufführung seiner "Ersten Sinfonie", die im Jahr darauf in einer Neufassung abermals Aufsehen erregte, waren plötzlich viele hellhörig und neugiereig geworden. Bald folgten die "Zweite Sinfonie" für Saarbrücken und die "Dritte" für München: da mußte die Musikwelt plötzlich wahrnehmen, daß sie bisher einen bedeutenden, wichtigen, ganz und gar unorthodoxen Komponisten übersehen hatte. (Denn aufregend gute Musik war ihm, wie es etwa das "Zweite Streichquartett" beweist, auch schon vor seinen Sinfonien eingefallen.)

Winbecks Partituren sind schwer in irgendeiner "Schule" unterzubringen, sie ordnen sich keinen Dogmen unter, keiner Stilrichtung. Er erlaubt sich, ein subjektiver Komponist zu sein. Mit großem Ungestüm und ebensoviel Sensibilität begibt er sich als ganz und gar heutiger Mensch in den Bannkreis der Musik früherer Zeiten - "die Nähe zu den Werken der Vergangenheit passiert mir nicht, ich stelle bewusst her".

"Ich kann nichts anderes sagen, als daß ich buchstäblich nur das zu Papier bringe, das, würde ich es nicht tun, mich zersprengte."

Diese offengelegte Innenwelt oder - wie es Franz Hummel sagt - die Bannmeile dieser Musik sollte meiden, wer sich nicht unbefangen einlassen kann.


Programm der CD

Erste Sinfonie Tu Solus 44:36
(1983, Neufassung 1985)
Dem Andenken an Sophie Scholl
1        Martellato marziale 11:57 anhören
2 Molto rubato (lento) e dolcissimo / Takt 243 11:23 anhören
3 Meno mosso e tranquillo fantastico / Takt 501 04:21 anhören
4 Meno mosso / Takt 545 02:42 anhören
5 A tempo / Takt 573 05:41 anhören
6 Adagio / Takt 751 04:17 anhören
7 Tempo 1 / Takt 797 04:15 anhören
Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken
Leitung: Dennis Russel Davies
8 Zweites Streichquartett tempi notturni 16:03 anhören
(1979)
Mannheimer Streichquartett

Lebenslauf

1946        am 11. Februar in Piflas bei Landshut geboren; entstammt dem niederbayrischen Bauern- und Arbeitermilieu
1964 Beginn des Studiums am Münchner Richard-Strauss-Konservatorium, unter anderem bei Magda Rusy (Klavier) und Fritz Rieger (Dirigieren)
1967 Fortsetzung des Studiums an der Staatlichen Hochschule für Musik in München, bei Jan Koetsier (Dirigieren), bei Harald Genzmer und vor allem Günter Bialas (Komposition)
1973 Staatsexamen in Kompositionslehre
1974 Vier Jahre Schauspielkomponist und Kapellmeister am Theater Ingolstadt und bei den Luisenburg-Festspielen
1980 Lehrauftrag an der Münchner Musikhochschule
1981/82 Sechsmonatiger Aufenthalt in Paris
1988 Professor für Komposition an der Musikhochschule Würzburg
Composer in residence beim Cabrillo Festival in Kalifornien
Preise und Auszeichnungen
1. Preis beim Kompositionswettbewerb für Kammermusik in Hitzacker (1974), 2. Preis in Hitzacker (1980), Förderpreis der Stadt München (1981), Stipendium des Freistaates Bayern für einen halbjährigen Paris-Aufenthalt in der Cité Internationale des Arts (1981/82), Förderpreis der Stadt Berlin (1985). Heinz Winbeck lebt in Landshut. Er arbeitet derzeit (1989) an seiner Vierten Sinfonie.
(Stand: 1990)

Werkliste

(Auswahl)
1970 In memoriam Paul Celan
für Sopran, Flöte, Klavier und Schlagzeug
Glühende Rätsel
Liederzyklus nach Nelly Sachs für Bariton und Klavier
1971 Pas de deux
für Flöte und Xylophon
Sie tanzt
Meditation über ein Gedicht von Nelly Sachs für Bariton und Kammerensemble
Musik für Bläserquintett
Sonoscillant
Musik für Violoncello und Streichorchester
1971/72 Espaces
für 4 Schlagzeuger, Klavier und Flöte
1972 Nocturnes I
für Kammerensemble
1973 Entgegengesang
für Orchester
Nacht mein Augentrost (Nocturnes II)
für gemischten Chor, 5 Flöten, 2 Gitarren, Bandoneum, Orgel und 5 Schlagzeuger
1974 Poco a poco
für Streichtrio und Klavier
1976 Chansons à temps
für tiefe Frauenstimme und 13 Instrumentalisten
1977/78 Sinfonie
für großes Orchester (unvollendet)
1979 Erstes Streichquartett "Tempi capricciosi"
1979 Zweites Streichquartett "Tempi notturni"
Lenau-Fantasien
für Violoncello und Orchester
1982 "Denk ich an Haydn"
Drei Fragmente für Orchester
"Blick in den Strom"
für 2 Violinen, Viola und 2 Violoncelli
1983 Erste Sinfonie "Tu Solus"
für großes Orchester (Neufassung 1985)
1984 Drittes Streichquartett "Jagdquartett"
1985/86 Zweite Sinfonie
für großes Orchester
1987/88 Dritte Sinfonie "Grodek"
für großes Orchester, Altstimme und einen Sprecher nach Texten von Georg TrakI
(Stand: 1990)