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Ansprechpartner

Gerardo Scheige
Sina Miranda

Erscheinungsjahr: 1998                     WER 6539 2 Bestellen

Annette Schlünz


Traumkraut

Tout est rêver/ Fadensonnen

Taubenblaue Schatten haben sich vermischt

Ornithopoesie

Et la pluie se mit à tomber


Interpreten:
u.a. Thürmchen Ensemble Köln (Leitung: Roland Kluttig) • Ensemble Accroche Note • Kammerensemble pro musica nova Bremen (Leitung: Klaus Bernbacher) • Volker Höh Gitarre • Georg Mertens Flöte • Ensemble Musicatreize Marseille (Leitung: Roland Hayrabedian) • Les Percussions de Strasbourg 


Zur Musik

 

Annette Schlünz denkt, fühlt und lebt in Tönen und Klängen und betrachtet die Musik als eine "nicht an Wort gebundene Sprache", in der sie sich vieldeutig-konkret auszudrücken vermag. Jeder Tag mit seinen Stimmungen, Begegnungen, Anregungen, Gerüchen, selbst seinem Wetter erzeugt das schöpferische Klima, aus dem heraus ihre Stücke entstehen.

Strengste Selbstkontrolle führt dabei zu fortschreitender klanglicher Askese und materialer Enthaltsamkeit. Zum radikalen Konstruktivismus des Schönberg-Schülers Anton Webern - ihrem Vorbild - gibt es jedoch einen wesentlichen Unterschied: Trotz der zahlensymbolischen Verwobenheit vieler musikalischer Details, trotz rational bedingter Formenkonstruktion waltet in ihren Kompositionen eher das weibliche Prinzip lebendiger Anwandlung und Transformation. Die von Annette Schlünz geschaffenen Klanggestalten verhalten sich wie Lebewesen, die sich allzu strengen seriell-mentalen Mechanismen entziehen und in einer Art Selbstorganisation im Prozess des Komponierens zu wachsen beginnen.

Obwohl sie sich in ihrer ersten Schaffensphase (1978-83) auch mit den Möglichkeiten der Prädetermination des Materials auseinander setzte, ist es später doch mehr das Werden und Vergehen keimzellenartiger Ausgangsimpulse, welche den Stücken Gestalt und Form verleihen. Keimzelle in diesem Sinne kann ein mehrgliedriger Akkord, ein Motiv oder ein Rhythmus sein.

Felicitas Nicolai


Programm der CD

1      Traumkraut 10:05 anhören
Musik für 8 Spieler (1995)
Mitglieder des Thürmchen Ensemble
Leitung: Roland Kluttig
2 Tout est rêver 14:27 anhören
für Sopran, Klarinette (Bassklarinette) und Schlagzeug (1992)
Text: Friedrich Huch, Pierre Garnier
Ensemble Accroche Note:
Francoise Kubler, Sopran - Armand Angster, Klarinette (Bassklarinette)
Emmanuel Séjourné, Percussion
3 Fadensonnen 11:35 anhören
Musik für 17 Instrumente (1993)
Kammerensemble pro musica nova Bremen
Leitung: Klaus Bernbacher
4 Taubenblaue Schatten haben sich vermischt 12:31 anhören
Kammermusik für Flöte und Gitarre (1990)
Georg Mertens, Flöte - Volker Höh, Gitarre
Ornithopoesie 13:09
für 12 Gesangssolisten (1989)
Text: Pierre Garnier (1986)
5 I 00:47 anhören
6 II 00:34 anhören
7 III 00:45 anhören
8 IV 00:38 anhören
9 V 01:40 anhören
10 VI 01:04 anhören
11 VII 01:34 anhören
12 VIII 01:05 anhören
13 IX 00:59 anhören
14 X 01:32 anhören
15 XI 00:50 anhören
16 XII 00:53 anhören
17 XIII 00:44 anhören
Ensemble Musicatreize Marseille
Leitung: Roland Hayrabedian
18 Et la pluie se mit à tomber 13:51 anhören
Musik für 6 Schlagzeuger (1994)
Les Percussions de Strasbourg

Lebenslauf

 

Annette Schlünz wurde am 23. September 1964 in Dessau geboren. Von 1983 bis 1987 studierte sie an der Musikhochschule Dresden Komposition (Udo Zimmermann), Klavier, Tonsatz/Moderne Techniken und im Abendstudium Dirigieren (Rudolf Neuhaus). Zwei Jahre arbeitete sie außerdem im Studio für Elektronische Klangerzeugung. Annette Schlünz war von 1988 bis 1991 Meisterschülerin von Paul-Heinz Dittrich an der Akademie der Künste Berlin. Neben einem Lehrauftrag an der Dresdner Hochschule war sie am Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik tätig, für das sie seit 1992 länderübergreifende künstlerische Projekte realisiert.

Seit 1993 lebt Annette Schlünz als freischaffende Komponistin in Dresden und Strasbourg/Frankreich. 1994 gründete sie als Interpretin und Komponistin die "Compagnie de quatre" mit - ein französisch-deutsches Ensemble, welches genreübergreifende Kunstformen entwickelt und praktiziert. 1995 gab sie Kompositionsseminare in Rheinsberg bei den von Paul-Heinz Dittrich initiierten Kurswochen. 1996 führte sie auf Einladung des Goethe-Institutes eine Tournee durch Lateinamerika.

Für ihr Streichtrio (1989) wurde ihr 1990 der Hanns-Eisler-Preis des Rundfunks Berlin verliehen. Außerdem erhielt sie Stipendien für die Teilnahme an Kompositionskursen: Bartók-Festival Szombathely 1986 und 1989; Darmstädter Ferienkurse 1990 und 1992; Trinationale Künstlerbegegnung Montpellier 1991; Nachwuchsforum des Ensemble Modern 1997; 1994 Arbeitsstipendium des elektroakustischen Studios der Akademie der Künste Berlin; 1998 Verleihung des Heidelberger Künstlerinnenpreises; sechsmonatiger Studienaufenthalt in der Deutschen Akademie Villa Massimo Rom 1999.

(Stand: 1998)


Werkliste

(Auswahl)
1988 Rosen
Gesangsszenen nach Ingeborg Bachmann für Mezzosopran und Klavier, Logiksynthesizer ad lib.
1989 Streichtrio - II pleut doucement sur la ville - (Rimbaud)
Ornithopoesie
für 12 Gesangssolisten
1990 Nachtschwarz wird das Blau
- für Karel Capek -
Kammermusik für 7 Instrumente
Wenn schon die Flügel zerbrochen sind
Kammermusik für 9 Instrumente
Taubenblaue Schatten haben sich vermischt
Kammermusik für Flöte und Gitarre
1991 ACH, ES ...
Musik für Tuba solo
Klage
für Sprecher und Kammerensemble; Text: Urszula Koziol (dt.: Christiane Grosz)
la faulx de l'été
für Blockflöte(n) und Schlagzeug
1991/92 Picardie
Musik für Orchester
1992 Tour est rêver
für Sopran, Klarinette (Basskiarinette) und Schlagzeug
1992 ... der Schatten verwirrte
Musik für 3 Fagotte
1993 Wo das Schweigen anfängt
für Viola, Violoncello und Kontrabass; Text von Octavio Paz in der Partitur
Fadensonnen
Musik für 17 Instrumente
1993/94 Unaufhörliche Schlaflosigkeit
für Tuba und Tonband
1994 verhalten, entgleiten, entfalten ...
Musik für Gitarre solo
- verstummen -
Musik für Orgel und 3 Schlagzeuger
Et la pluie se mit à tomber
Musik für 6 Schlagzeuger
1995 Die Antirose
für Sopran, Violine und Klavier; Text: Yvan Goll
Traumkraut
Musik für 8 Spieler
1996 Un jour d'été
Musiktheater für Kinder; Libretto: Pierre Garnier
1997 SOL-STITIUM
Sextett in 2 Fassungen
How it is
für Klarinette und Streichquartett
(Stand: 1998)