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Gerardo Scheige
Sina Miranda

Erscheinungsjahr: 1992                      WER 6511 2 Bestellen

Adriana Hölszky


Bremer Freiheit

Singwerk auf ein Frauenleben (1987)


Interpreten:

Nancy Shade • Raymond Wolansky • Paul Mayr • Grace Hoffman • Guy Renard Robert Wörle • Michael Pinkerton • Klaus Hirte • Klaus Bertram • Jan Konieczny • Marja-Leena Varpio • Ute Wille • Hanna Liska-Aurbacher • ensemble avance (Leitung: Andras Hamary)




Programm der CD

Bremer Freiheit
Singwerk auf ein Frauenleben (1987) 65:58
Text von Rainer Werner Fassbinder
1      Phase I 09:07 anhören
2 Phase II 09:43 anhören
3 Phase III 06:58 anhören
4 Phase IV 05:45 anhören
5 Pause I 00:54 anhören
6 Phase V 02:03 anhören
7 Phase VI 03:31 anhören
8 Phase VII 06:58 anhören
9 Phase VIII 11:11 anhören
10 Pause II 02:24 anhören
11 Phase IX 06:32 anhören
Mitwirkende: Nancy Shade - Raymond Wolansky
Paul Mayr - Grace Hoffman - Guy Renard
Robert Wörle - Michael Pinkerton - Klaus Hirte
Klaus Bertram - Jan Konieczny - Marja-Leena Varpio
Ute Wille - Hanna Liska-Aurbacher
ensemble avance - Ltg. Andras Hamary

Zur Musik


Heiter-gelassen bringt Geesche ihre Mitmenschen um die Ecke, Mordstation reiht sich an Mordstation - knapp und klar wie „Zehn kleine Negerlein“ - Lustig ist das Giftmordleben. An einem neoveristischen Reißer oder einem identifizierungsträchtigen Psychodrama oder einem ausgesprochenen Frauen-Opfer-Melodram war Adriana Hölszky nicht gelegen. Eher könnte man von fast spielerischer Verfremdung reden, einer Art Grandguignol-Operette.

Wer Fassbinder-Stücke kennt, weiß, dass sie in aller Regel kaum „realistisch" gar naturalistisch sind, sondern dass Stilisierung, obschon nicht im Sinne erhabener Klassizität, ihre raison d'être ist. Nur scheinbar handelt es sich um Menschen von Fleisch und Blut; in Wirklichkeit sind es eher Charaktermasken, darin generell Komödienfiguren ähnlich. In „Bremer Freiheit“ werden denn auch die Personen - mit Ausnahme Geesches - als „Marionetten der Unterdrückung“ gestaltet.

Gerade in Anbetracht des gewiss überaus grässlichen Geschehens gelingt Adriana Hölszky das eminente „Kunststück", alle Figuren und Vorgänge musikalisch mit höchster, förmlich „haptischer" Plastizität darzustellen - und zugleich spielerisch zu bleiben, etwa die bei Fassbinder angelegte Rondo-Struktur zu wahren, und eben darin geradezu ein Buffo-Element immer wieder aufscheinen zu lassen.

(aus dem Booklettext von Gerhard R. Koch)


Lebenslauf

1953      am 30. Juni in Bukarest geboren
1959-69 Hauptfach Klavier bei Olga Rosca-Berdan am Musiklyceum Bukarest
1961 erste Kompositionen
1972 Abitur
1972-75 Studium der Fächer Komposition bei Stefan Niculescu und Klavier an der Musikhochschule Bukarest
1976 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland
1977-80 Kompositionsstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart bei Milko Kelemen, Klavierkammermusik bei Günter Louegk
Konzerttätigkeit als Pianistin im Lipatti-Trio
1977/78 Internationale Sommerakademie ?Mozarteum" in Salzburg bei Prof. Antonio Janigro
1978/80 Preise bei den Internationalen Kammermusikwettbewerben in Florenz (1978) und Colmar (1980)
1978-84 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt
1979 1. Preis des Kompositionswettbewerbs Valentine Bucchi, Rom für "Pulsationen II"
1980 Künstlerische Abschlussprüfung Accademia Musicale Chigiana bei Franco Donatoni in Siena
1980-89 Lehrauftrag für Musiktheorie/Gehörbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart
1980/81 Mitorganisation der Komponistengruppe ?Neue Musik kommentiert" in Stuttgart
1980/81/83 Jurymitglied des Internationalen Kompositions- und Interpretationswettbewerbs Valentine Bucchi, Rom
1981 Gaudeamus-Kompositionspreis für "Omaggio a Michelangelo"
1982 Großes Kompositionsexamen an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart
Max-Deutsch-Preis, Paris, für "Space"
Preisträgerin der Stadt Stuttgart für "Innere Welten"
Kompositionspreis der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat
1983 Aufführung von "Space" bei den IGNM Worid Music Days in Aarhus
Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1985 Johann-Wenzel-Stamitz-Förderpreis
Preisträgerin der GEDOK (Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfreunde) Mannheim
1. Preis der Ensemblia Mönchengladbach für "Intarsien III"
1986 Teilnahme am Komponistenforum der 33. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt
1987 Stipendium des Kultusministeriums Niedersachsen
1988 Premiere der Oper "Bremer Freiheit" bei der 1. Münchener Biennale - Internationales Festival für neues Musiktheater
Brahms-Förderpreis für junge Komponisten und Künstler
Preisträgerin der Stadt Stuttgart für "Immer schweigender" und "...und wieder Dunkel"
1989 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb der GEDOK Mannheim für "Klangwerfer"
Aufführung der Oper "Bremer Freiheit" bei den Wiener Festwochen
1990 Heidelberger Künstlerinnenpreis für "Flöten des Lichts"
Einladung zum Composer-to-Composer Forum in Telluride (USA)
Schneider-Schott-Musikpreis, Mainz
Uraufführung von "LICHTFLUG" bei den Donaueschinger Musiktagen
1991 Aufführung der Oper "Bremer Freiheit" beim Helsinki-Festival
Rom-Preis-Stipendium. Deutsche Akademie Villa Massimo in Rom
1992 Kompositionsseminare in Paris (IRCAM)
1993/94 Auftragswerk für das Staatstheater Stuttgart. Libretto von Thomas Körner nach dem Schauspiel ?Wände" von Jean Genet
(Stand: 1992)

Werkliste

(Auswahl)
Musiktheater
1987 Bremer Freiheit
Singwerk auf ein Frauenleben
Libretto: Thomas Köhler nach dem gleichnamigen Schauspiel von Rainer Werner Fassbinder
In Vorbereitung: Auftragswerk für das Staatstheater Stuttgart mit einem Libretto von Thomas Körner nach dem Schauspiel ?Wände" von Jean Genet
Orchester
1979/80 Space
für 4 Orchestergruppen
1990 LICHTFLUG
für Violine, Flöte und Orchester
Vokalmusik
1977 Monolog
für eine Sängerin mit Pauke
1978 ... es kamen schwarze Vögel
für 5 Sängerinnen mit Percussion
1980 Omaggio a Michelangelo
für 16 solistische Stimmen; Text: Michelangelo
1986 Immer schweigender
für 4 achtstimmig gemischte Chorgruppen; Text: Gottfried Benn
1988 Vampirabile
Lichtverfall für 5 Sängerinnen mit Percussion
1989/90 ...geträumt
für 36 Frauenstimmen; Text: Ingeborg Bachmann
1990/91 Message
für Mezzosopran, Bariton, Sprecher, diverse Klangrequisiten und Live-Elektronik
Kammermusik
1978 Kommentar für Lauren
für Sopran, 8 Bläser und Schlagzeug
1981 Innere Welten I
Streichtrio
1982/83 Intarsien II
für Flöte, Violine, Cembalo und Klavier
1983 Sonnet
für Sopran (auch Mezzosopran) und 2 Gitarren
1985 Requisiten
für 9 Instrumentalisten
1985/90 ... und wieder Dunkel I
für Schlagzeug und Orgel; Text: Gottfried Benn
1985/90 Klangwerfer
für Streicher
1989/90 Hängebrücken
Streichquartett an Schubert
1989/90 Flöten des Lichts
Flächenspiel für eine Sängerin und 5 Bläser
1991/92 Segmente I
für sieben Klangzentren (Piccolo, Akkordeon, Euphonium, Cimbalon, Klavier, Schlagzeug und Kontrabass)
1992 Segmente II
für zwei Klangzentren (Klavier und Schlagzeug)
1992 Segmente III
für drei Klangzentren (drei Schlagzeuger)
1992 Segmente IV
für vier Klangzentren (Piccolo, Euphonium, Akkordeon und Kontrabass)
1992 Segmente V
für drei Klangzentren (Oboe, Akkordeon und Kontrabass)
Schlagzeug
1988 Wirbelwind
für 4 Trommler
1989/90 Jagt die Wölfe zurück!
für 6 Schlagzeuger
1989/90 Karawane
für 12 Schlagzeuger
Soloinstrumente
1981/83 Flux-Reflux
für Alt-Saxophon
1982/83 Decorum
für Cembalo
1983 Nouns to Nouns I
für Violine
1986/87 Hörfenster für Franz Liszt
für einen Pianisten
1991 Misere
für Akkordeon
(Stand: 1992)